Fünf Aspekte einer körperintelligenten Yoga-Praxis
Auf meinem eigenen Yoga-Weg habe ich viele Erfahrungen gemacht, die meine Praxis beeinflusst haben. Daraus habe ich fünf Prinzipien entwickelt, auf denen meine Yogapraxis aufbaut.
Eins – verstehe deinen Körper
Anatomie ist eine wichtige Grundlage, damit du deinen Körper besser verstehen kannst. Damit du verstehen kannst, wie du Bewegungen gesund ausführen kannst.
Dabei geht es gar nicht darum, dass du jeden einzelnen Muskel und Knochen auf Latein auswendig kannst.
Anatomie zeigt dir, welche Bewegungen ein Gelenk ausführen kann, welcher Bewegungsradius im Gelenk gesund ist und welche Muskeln sind an Bewegungen beteiligt sind.
Anatomie hilft dir zu verstehen, welche Muskeln bei dir vielleicht aufgrund von anatomischen Besonderheiten oder Bewegungsmustern schwach sein können und dadurch zu weniger Stabilität führen können.
Ich habe für mich gelernt, dass ein grundlegendes Verständnis der Anatomie und Bewegungsphysiologie unseres Körpers wichtig ist, um die eigene Yoga-Asana-Praxis besser zu verstehen.
Und genau dieses Wissen möchte ich als Yogalehrerin mit dir teilen.
Zwei – Kraft
Besonders für Frauen ist es essenziell, Kraft aufzubauen. Muskulatur aufzubauen.
Der weibliche Körper fängt ab etwa Mitte 30 an, Muskulatur abzubauen und es fällt uns schwerer Muskulatur wieder aufzubauen.
wenn wir uns auch in den nächsten Jahre. noch stark und stabil in unserem Körper fühlen wollen, dann müssen wir jetzt schon dranbleiben und Muskulatur aufbauen. Ich möchte dir nicht den perfekten Gym-Trainingsplan präsentieren. Ich bin keine Fitnesstrainerin.
Ich möchte dir zeigen, wie Yoga eine gute Grundlage für einen gesunden Kraftaufbau sein kann.
Drei – unser Zyklus
Das Thema weiblicher Zyklus ist aktuell In aller Munde:
Wir sollen unseren Alltag an den Zyklus anpassen.
Wir sollen unser Training an den Zyklus anpassen.
Wir sollten unsere Arbeit an den Zyklus anpassen.
Und das finde ich total richtig und auch wichtig!
Eine Grundlage ist dafür, dass wir unseren Zyklus und den weiblichen Körper verstehen.
Spüre in deiner Yoga-Praxis immer wieder in deinen Körper rein. Dadurch kannst du ein Gefühl dafür entwickeln, in welcher Phase deines Zyklus du dich etwa befindest.
Bist du in der Zeit, wo du dich besonders stark fühlst? Oder gerade in der Phase des Zyklus, wo du etwas empfindlicher bist oder dich auch schwächer fühlst?
Diese feinen Unterschiede wahrzunehmen und auch anzunehmen, ist so wichtig. Mit diesem Wissen, wird es dir dann möglich sein, deine Yoga-Praxis, Sport und auch den Alltag ein bisschen mehr mit dem eigenen Zyklus zu harmonisieren.
Vier – das Nervensystem
Viele Frauen, die Yoga praktizieren, sind in 30 Jahre, vielleicht 40 Jahre alt.
Wir haben Kinder.
Wir haben Jobs.
Wir haben oft viele Dinge gleichzeitig zu schaukeln.
Das kann zu Stress, zu Schlafstörungen und vielleicht auch zu anderen körperlichen Symptomen führen. Hier zeigt sich der große Unterschied zwischen einer Yoga-Praxis und einem „gesunden Gymnastikprogramm“.
Yoga geht tiefer. Yoga berücksichtigt das Nervensystem. Durch deine eigene Yoga-Praxis kannst du lernen, wie du dein Nervensystem unterstützen kannst. Sei es, eine Atemübung, die dich beruhigt, wenn einfach alles zu viel wird. Oder ein paar Bewegungen, wenn du mitten in einem turbulenten Tag einfach mal einen Durchhänger hast.
Fünf – Integration in den Alltag
Wir können uns sehr viel Wissen aneignen. Über Trainingspläne, Alltagsstrukturen, Planungstools und so weiter. Meistens liegt es nicht am Wissen, sondern an der Umsetzung, ob wir neue Routinen für uns etablieren.
Und genau hier kann uns Yoga helfen.
Stell dir vor, du hast den perfekten 90-Tage-Trainingsplan. Es ist Kraftaufbau, Mobilisation und Entspannung enthalten. Klingt prinzipiell mal gut. Die ersten Tage „ziehst du’s durch“. Und dann kommst du vielleicht an Tag drei schon nicht mehr zu deinem Trainingsprogramm, weil das Kind krank ist und an Tag vier bist du selber nicht fit, weil du schlecht geschlafen hat und spätestens an Tag fünf denkst du dir: „Jetzt habe ich schon zwei Tage verpasst, da komme ich da nie rein.“
Kennst du das auch?
Unsere Yoga-Praxis zeigt uns, wie wir Alltagsroutinen finden können. Wir spüren in unsere Bewegung rein. Wir spüren auch in unsere Verhaltensmuster rein. Wir erkennen unsere Muster und können dadurch ganz bewusst Muster, die uns nicht dienlich sind, auflösen. Gleichzeitig können wir neue Muster, also Routinen, aufbauen. Und so können wir auf unserem Yoga-Weg eigene Alltagsroutinen entwickeln.
Diese fünf Aspekte hab ich für mich in meiner Yogapraxis als sehr wichtig fest gestellt und möchte sie hier mit dir teilen.
In den nächsten Wochen teile ich hier mit dir Erfahrungen, Übungen und Impulse für deine Yogapraxis.
Welcher Aspekt ist dir ein deiner Yogapraxis wichtig? Über welchen Aspekt würdest du gerne mehr erfahren?
Teile es gerne in den Kommentaren. 🤍